Reittherapie für rheumakranke Kinder

21.Mai.2012

Mit diesem Blog-Beitrag möchte ich gerne alles Wissenswerte über die Reittherapie der Kinder-Rheumastiftung vorstellen, die mit Hilfe unserer Spende unterstützt werden soll.

Hierzu sind wir am zweiten Tag unseres Besuches in Garmisch-Partenkirchen selbst zum Reiterhof hinaus gefahren, um mit der Reittherapeutin über die Chancen und Möglichkeiten der Reittherapie für rheumakranke Kinder zu sprechen und um eine der Therapiestunden live mitzuerleben. (Foto: v.l.n.r. Dr. Ulrike Katz, Birgit Lievenbrück, Tobias Katz)

Am Reiterhof angekommen wurden wir von herrlichem Sonnenschein und von den beiden Therapiepferden begrüßt. Die Kinder, die an diesem Tag die Therapiestunde besuchen durften, waren schon fleißig daran, die Pferde zu striegeln und für die anstehenden Übungen herzurichten. Dabei war es bereits hier beeindruckend zu sehen, mit welcher Gelassenheit und Ruhe die Therapiepferde auf die Kinder reagierten und gutmütig auf den Beginn der Reitstunde warteten.

In diesem Zusammenhang erklärte uns die Reittherapeutin, dass nur wenige Pferde für den Umgang mit rheumakranken Kindern geeignet sind und bis zu deren Einsatz bei therapeutischen Übungen ein jahrelanges Training notwendig ist. Denn die Therapiepferde dürften sich nicht von den oftmals etwas ungeschickten oder hektischen Bewegungen der kranken Kinder irritieren lassen und müssten bspw. auch bei speziellen Übungen mit dem Ball äußerst gelassen auf ihr Umfeld reagieren.

Während der Therapiestunde absolvierten die Kinder dann verschiedene Übungen zusammen mit ihrem Pferd. Um sich mit dem Tier vertraut zu machen und die anfängliche Scheu behutsam zu überwinden, sollten die Kinder das Pferd zunächst durch verschiedene Hindernisse in der Reithalle führen – alles natürlich in Begleitung der Therapeutin und weiterer Betreuer. Danach durften die Kinder aufsteigen und nach kurzer Zeit trauten sie sich bereits rückwärts auf das Pferd zu sitzen und dabei auch noch Bälle zu fangen!

Während diesen Übungen  wurde uns erklärt, dass das Ziel der Reittherapie nicht nur darin besteht, die Beweglichkeit und Haltung der Kinder zu verbessern, sondern einen ganzheitlicheren Ansatz verfolgt: die Kinder sollen mit Hilfe der Reittherapie erkennen, wozu sie trotz ihrer Erkrankung fähig sind. Dabei geben die Reaktionen der Pferde wichtiges Selbstvertrauen. Denn viele der Kinder erzählen immer wieder, dass ihre Krankheit vom Umfeld, den Mitschülern, teilweise auch von den Lehrern nicht ernst genommen wird. „Rheuma ist doch nur was für alte Leute“. Diesem Satz begegnen die Kinder leider nur allzu oft und werden nicht selten als „Drückeberger“ oder „Weichei“ bezeichnet, wenn sie aufgrund der Krankheit bei sportlichen Aktivitäten nicht mitmachen können. Um genau diesen schlechten Erfahrungen entgegen zu wirken und weiteres Selbstbewusstsein aufzubauen, ist die Reittherapie ein wichtiger Bestandteil bei einer optimalen Behandlung  rheumakranker Kinder. Die Kinder erfahren, zu was sie auf dem Rücken des Pferdes im Stande sind, erhalten Lob und Anerkennung für absolvierte Übungen und lassen sich so auf Therapieansätze ein, die sie davor oftmals abgelehnt hätten. Und nicht zuletzt bietet die Reitstunde eine gern gesehene Abwechslung zum Klinikalltag.

Zum Abschluss unseres Besuchs der Kinder-Rheumastiftung waren wir mehr denn je davon überzeugt, dass unsere Spende wirklich sinnvoll für rheumakranke Kinder eingesetzt wird. Wir freuten uns, ein solches Projekt finanziell unterstützen zu können und die Kinder dankten uns dieses Engagement mit leuchtenden Augen, während sie stolz ihre Fortschritte präsentierten!

Ihre Annika Stein

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